Megatrend Sensorik

Dass Tracking und die Evaluation von Fitness- und Aktivitätsdaten immer bedeutsamer wird, spüren nicht nur alle bei vitaliberty. Auch die „Welt“ stellt die Ergebnismessung durch Apps und Tracking-Gadgets (sog. „Wearables“) auf Platz 16 der Top Fitnesstrends in Deutschland. Apps und das Smartphone ersetzen inzwischen vielen Sportbegeisterten den Trainingsplan.
Dabei wird ein fast unglaubliches Marktwachstum prognostiziert:
So wird Experten zu Folge der Umsatz allein von 2013 bis 2014 um 44% wachsen.

Aber auch Trendanalysten sind sich sicher: „2014 wird das Jahr der Wearables.“ Die treibende Kraft sind hierbei vor allem Sport-/Aktivitäts- und Gesundheitstracker, die bereits jetzt einen stolzen Marktanteil von 97% auf dem Wearable-Markt haben.

Dabei sind vier Trends zu beobachten:

  • Wearables werden immer smarter: Aktivitätstracker zählen nicht mehr nur Schritte oder Aktivitäten sondern informieren den Träger auch über Anrufe, Mails oder Nachrichten am Handgelenk.
  • Design und Usability werden immer wichtiger: durch die ständige Begleitung dieser kleinen Alltagshelfer legen immer mehr Kunden Wert auf ein ansprechendes Design und einfache Bedienbarkeit. Wearables sind nicht mehr nur für Technikaffine interessant, sondern sprechen die breite Masse an. Die Tracker werden zum Beispiel als modisches Accessoire verpackt.
  • Das Verhalten wird bis ins Detail getrackt: Schritte zählen reicht längst nicht mehr. Inzwischen messen Wearables auch andere Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder sogar Snowboarden – jede Bewegung im Alltag wird in das Bewegungsprotokoll mit aufgenommen. Zunehmend dienen Wearables auch der Überwachung und Verbesserung von Schlaf und Ernährung oder der Körperhaltung.
  • Das Tragen von Trackern wird immer einfacher: in die Kleidung eingenähte Sensoren, wie zum Beispiel beim Hersteller athos, ermöglichen die genaue Erfassung von Herzfrequenz, Körperwärme und Beanspruchung der Muskeln und helfen so gezielt, Bewegungsabläufe beim Sport zu verbessern.

Wearables sind also nicht mehr nur für Sportfanatiker, die jeden kleinen Erfolg analysieren wollen, sondern sind längst im Alltag der Gesellschaft angekommen. In Zukunft rechnen Analysten damit, dass die vielen verschiedenen technischen Hilfsgeräte (z.B. der Schritt- und Kalorienzähler von Fitbit und die Smartwatch von Samsung) miteinander vernetzt werden, um so dem Träger ein umfassendes Bild seiner Aktivitäten zu zeigen. Eine große Herausforderung für die Zukunft wird jedoch sein, den Nutzer langfristig an die Apps und Tracking-Gadgets zu binden, sodass das Schrittzählerarmband nicht nach einigen Monaten wieder in der Schublade verschwindet. Dazu bedienen sich viele Anbieter erfolgreich dem Gamificationansatz. Kunden können sich bei Aktivitäten und Zielerreichung mit Freunden und Kollegen messen und durch veränderte Gewohnheiten höhere „Level“ erreichen. Die Nutzer werden langfristig an die App/das Gadget gebunden und die Messungen werden so dauerhaft in ihren Alltag integriert. „Kommunikation mit dem Nutzer auf dem Mobiltelefon selbst ist das A und O, um dieses Ziel zu erreichen.“, ist sich Mischa Stamm, CEO von Swisscom Health, sicher.

Eine weitere Herausforderung sieht Cédric Hutchings, Gründer und CEO der Firma Withings, im Thema Datensicherheit: was passiert mit den Daten, wenn ein „Digitales Ich“ mit all meinen Gewohnheiten, Aktivitäten und medizinischen Daten in der „Cloud“ existiert?

Schaffen es die Anbieter von Wearables, diesen Herausforderungen durch intelligente Lösungen zu begegnen, so steht einer digitalen Revolution (fast) nichts mehr im Wege – Wearables könnten den Markt nachhaltig so verändern, wie es vor wenigen Jahren die Erfindung des Smartphones tat.

Quellen:
http://igrowdigital.com/de/2014/02/die-zukunft-der-wearables/#more-3470
http://igrowdigital.com/de/2013/11/aktivitats-tracker-der-grose-uberblick/
http://www.gesund-digital.com/quantified-self-das-leben-auf-schritt-und-tritt- dokumentiert/
„Das digitale Ich“ Wirtschaftswoche Nr. 9, 24.2.2014