14. März 2016

health@work 1/2016: Blick in die Praxis

Während ein systematisches Betriebliches Gesundheitsmanagement in vielen Großunternehmen bereits fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist, erkennen nun auch viele kleine und mittelständische Betriebe, dass die aktive Förderung der Gesundheit der eigenen Belegschaft eine Investition in die Zukunft des ganzen Unternehmens ist.

Ein Blick in die Praxis zeigt, dass insbesondere der Mittelstand neben klassischen Angeboten zur Gesundheitsförderung zunehmend auf digital unterstützte Gesundheitsprogramme setzt, die Mitarbeiter ganz individuell zu mehr gesundheitlicher Eigenverantwortung motivieren.

Einstieg in ganzheitliches BGM 

Unter dem Motto „Runter vom Bürostuhl, rein in die Sportschuhe“ startete Falken Tyre Europe im März 2015 mit moove, der BGM-Lösung der vitaliberty GmbH. Das junge, dynamische Team des Reifenherstellers sah sich aufgrund des stetig steigenden Arbeitspensums und der teilweise noch nicht vorhandenen Strukturen einem spürbar hohen Stresslevel ausgesetzt. Hinzu kam eine überdurchschnittlich hohe Krankheitsquote, deren Ursachen Projektleiterin Stefanie Keller auf den Grund gehen wollte: „Ein zentraler Anreiz für die Einführung einer digitalen BGM-Lösung war, dass die gesundheitlichen Herausforderungen im Unternehmen mithilfe der anonymen Online-Befragung sofort messbar gemacht werden konnten. Die eindeutigen Fakten machten es uns leichter die Unterstützung der Geschäftsleitung für das Projekt zu bekommen.“

Führungskräfte mit Vorbildfunktion

Ein zentraler Erfolgsfaktor war, dass die Führungskräfte bereits vor dem Projektstart in Form von speziellen Coachings ins Boot geholt wurden. „Damit BGM von den Mitarbeitern angenommen wird, muss es auch von Geschäftsführung und Führungskräften gewollt und aktiv gelebt werden. Führungskräfte sind wichtige Multiplikatoren und nehmen bei der Einführung und der Umsetzung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement eine Vorbildfunktion ein“, erklärt Dr. Andrea Baxheinrich, Managerin BGM-Beratung bei vitaliberty.

„Unser Geschäftsführer geht jetzt mit gutem Beispiel voran und läuft täglich die sieben Etagen vom Erdgeschoss in sein Büro“, berichtet Projektleiterin Keller. „Viele Kollegen ließen sich von seinem Ehrgeiz anstecken und nutzen gerade morgens die Treppe als ‚warm-up‘ in den Arbeitstag.“

Kommunikation als Schlüsselfaktor

Um möglichst viele Kollegen für das neue Gesundheitsangebot zu begeistern, setzte Keller auf einen Mix aus verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen. Mit motivierenden Plakaten, E-Mailings und kleinen Guerillamarketing-Aktionen wurde zunächst die Neugier der Mitarbeiter geweckt. In persönlichen Schulungen durch die BGM-Berater von vitaliberty wurden Ablauf, Ziele und Funktionsweise des Programms erläutert und den Mitarbeitern ein besonderer Anreiz zur Teilnahme geboten: Die ersten zehn Mitarbeiter, die sich für das Programm anmeldeten, erhielten einen Schrittzähler. Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung: „Wir haben innerhalb kürzester Zeit eine Anmeldequote von fast 75 Prozent erreicht und moove war das Gesprächsthema in allen Abteilungen“, berichtet Keller.

„Ohne die richtige Motivation der Mitarbeiter bleibt das beste Gesundheitsprogramm ein Zufallsprojekt oder eine Aktion ohne Langzeitwirkung“, erläutert Florine von Caprivi, Leiterin Vertrieb und Marketing bei vitaliberty. „Eine regelmäßige und transparente interne Kommunikation zählt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, um die Potenziale im BGM voll ausschöpfen zu können.“

Individueller Maßnahmen-Mix

Um die Motivation der Mitarbeiter dauerhaft aufrecht zu erhalten, setzt Falken Tyre neben den digitalen moove Programmen auch auf regelmäßige Aktionen, wie Webinare mit Fachexperten oder persönliche Telefon-Coachings. „Auch kleinere Maßnahmen, die immer wieder in den Arbeitsalltag integriert werden, können Großes bewirken“, erklärt Keller. „Die Berater von vitaliberty liefern uns hier regalmäßig wertvollen Input und kreative Ideen. Wichtig ist aber auch, dass auch die Mitarbeiter ihre eigenen Ideen einbringen können. So war beispielsweise unsere gemeinsame Obstsalat-Aktion im Themenmonat Ernährung ein voller Erfolg.“

Mobile Mitarbeiter

Ob Lauftraining, Yoga oder Functional Fitness – die ILC GmbH im saarländischen Bexbach ist kreativ, wenn es um die Gesundheit ihrer rund 80 Mitarbeiter geht. Damit alle Beschäftigten von den Gesundheitsangeboten des Softwareanbieters profitieren können, holte das Unternehmen sein BGM im Oktober 2015 in die digitale Welt von moove. „Unser Ziel war es, das Thema BGM strategisch im gesamten Unternehmen zu verankern – weg von Einzelmaßnahmen, die nur ein oder zwei Mal im Jahr stattfinden, hin zu einem kontinuierlichen Angebot, auf das alle unsere Mitarbeiter jederzeit und von überall zugreifen können“, erklärt Stefan Zoller, Geschäftsführer der ILC. „Uns ist wichtig, dass wir alle unsere Kolleginnen und Kollegen unterstützen können – auch diejenigen, die im Außendienst tätig sind oder in Projekten bei unseren Kunden arbeiten. Deshalb setzen wir auf eine BGM-Lösung, die genauso flexibel ist wie unser Team und die sich durch mobile Technologien einfach in den Alltag integrieren lässt.“ Begleitet werden die digitalen Gesundheitsprogramme zu den Themen Stressmanagement, Fitness und Ernährung bei ILC durch thematisch passende Veranstaltungen, wie Kochkurse, Fachvorträge zur Stressprävention oder Firmenläufe.

Online und offline im Mix

Auch wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern der VR-Bank Werdenfels seit jeher vergleichsweise niedrig ist, war die Einführung von moove in der Gesundheitsregionplus Garmisch-Partenkirchen ein willkommener Anlass für die Bank, den Startschuss für das Betriebliche Gesundheitsmanagement zu geben. Über das digitale Angebot hinaus werden, mit großer Beteiligung der Mitarbeiter, Outdoor-Aktivitäten im Geschäftsgebiet der VR-Bank Werdenfels angeboten.

Motiviert zur Teilnahme an BGM-Angeboten werden die 323 Mitarbeiter durch persönliche Kommunikation und über das Intranet der Bank. „Auch Mitarbeiter, welche sich zunächst nicht so sehr für Gesundheitsthemen interessierten, konnten durch moove mobilisiert werden, wieder öfter etwas für sich zu tun“, berichtet das sechsköpfige BGM-Team der VR Bank Werdenfels.

Ein weiteres wichtiges Argument für die digitale Gesundheitsplattform ist die detaillierte Auswertung der moove Gesundheitsbefragung. „Ein Überblick über die Belange unserer Teams ist für uns als Bank ein wichtiges Thema. Die Daten aus der Befragung haben uns aufgezeigt, in welchen Bereichen wir mit internen Gesundheitsangeboten das Wohl unserer Mitarbeiter fördern können“, erklärt Vorstandsmitglied Martin Jocher, der sich als Ansprechpartner in der Bank natürlich auch selbst für das Programm angemeldet hat. 

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