23. Januar 2013

Personalmagazin 02/2013: Mit Smartphone gegen Stress

Meist war betriebliche Gesundheitsprävention an Fitnessstudios oder Firmenstandorte gebunden. Eine mobile Gesundheitsoffensive sorgt hier nun für Bewegung.

 

In beeindruckender Geschwindigkeit ist die Arbeitswelt mobil geworden. Und auch in der Freizeit wollen die wenigsten Arbeitnehmer noch auf Internet, Laptops oder ihr Smartphone verzichten. Doch genauso schnell sind die Warnungen vor der neu gewonnenen Kommunikations- und Interaktionsfreiheit aus dem Boden geschossen, unermüdlich wird durch Medien, Wissenschaftler und Berater auf den Stress durch Informationsüberflutung und ständige Erreichbarkeit hingewiesen. Anstatt nun ebenfalls vergeblich zu versuchen, auf die selbst gerufenen Geister einzuschlagen, hat Vitaliberty GmbH, Gesundheitsanbieter aus Mannheim die Not zur Tugend gemacht: Mit der mobilen Gesundheitsoffensive „Moove“ können Mitarbeiter Gesundheitscontent und ein individuell gestaltetes Gesundheitscoachingkonzept per Online-Portal und Gesundheits-Apps empfangen. Herzraten als Belastungsindikator Kernstück ist das nach § 20 SGB V zertifizierte zehnwöchige „Moove Stress-Balance-Programm“. Zu Beginn und Ende des Programms wird der persönliche Gesundheitszustand jedes einzelnen teilnehmenden Mitarbeiters bezüglich stressrelevanter Themen per Onlinebefragung erfasst, um eine Grundlage für den Maßnahmenkatalog und das Reporting der folgenden Wochen zu schaffen.

Durch mobile Anwendungen wird das System unabhängig von Standort oder Arbeitsplatz. Jeder Unternehmensbereich oder jeder einzelne Mitarbeiter legt hier seine persönlichen Ziele fest, die in der Regel mit zertifizierten Coaches oder unternehmenseigenen Gesundheitsberatern definiert und begleitet werden.Über das Smartphone und einen Finger-Clip wird per Stress-Balance-App die Herzratenvariabilität (HRV) erfasst. Die HRV ist ein wissenschaftlich anerkannter und objektiver Indikator für Stress und beschreibt die Fähigkeit des Herzens, den zeitlichen Abstand von Herzschlag zu Herzschlag belastungsabhängig zu verändern, um sich den wechselnden Anforderungen schnell anzupassen. Je höher die HRV, desto entspannter ist der Organismus. Die Übertragung der Messwerte via App erfolgt automatisch und leitet diese an das persönliche moove Online-Portal weiter. Mithilfe dieser Messung, die im Idealfall dreimal täglich durchgeführt wird, können die gemessenen Vitaldaten aufgezeichnet, an das Portal übertragen und die Ergebnisse im Trendverlauf dargestellt werden.

Über das Online-Portal können die Teilnehmer unter Verwendung ihrer persönlichen Zugangsdaten jederzeit über die „Moove-App“ übertragenen Daten im Überblick sehen. Dieser Trendverlauf bildet die Grundlage für den Coach, um die Vital- und Aktivitätsdaten zu analysieren, zu bewerten und den teilnehmenden Mitarbeiter zu seinem individuell vereinbarten Ziel zu begleiten. Die gezielte Kommunikation mit dem Coach kann je nach Bedarf und Wunsch telefonisch oder über das Portal stattfinden. Hier findet der Teilnehmer zusätzlich Informationen rund um die Gesundheitsthemen Entspannung, Bewegung und Ernährung. Gesundheitsbilanzen sorgen für Nachhaltigkeit

Zum Abschluss werden die Ergebnisse des ersten Berichts und eines erneuten Screenings am Ende der BGM-Maßnahmen verglichen. Der Erfolg der Maßnahme wird grafisch dargestellt und analysiert. Unter Berücksichtigung der Anonymität der Mitarbeiter können Gesundheitsbilanzen erstellt werden. Daraus lassen sich gezielt Präventionsmaßnahmen oder Handlungsempfehlungen ableiten.

Warum Vitaliberty bei ihrem Gesundheitsprogramm ausgerechnet die oft als Stresserzeuger stigmatisierten Apps einsetzt, erklärt Geschäftsführer Harald Holzer: „Wir wollten die Forderung der Unternehmen nach integrierten Gesundheitskonzepten und Kennzahlen mit dem Bedürfnis in Zeiten zunehmender Mobilität nach pragmatischen und sinnvollen Lösungen vereinbaren. Mit ‚Moove‘ haben wir die Begrenzung auf feste Standorte für Gesundheitsmanagement aufgehoben.“

Vollständiger Artikel aus der Personalwirtschaft 02/2013