25. April 2014

Wirtschaftspsychologie aktuell 1/2014: Mitarbeitergesundheit

Über die Rolle der Führungskraft im BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagament (BGM) trägt eine wesentliche Herausforderung schon im Namen: das Management. Heißt also, ohne gründliche Vorbereitung, gezielte Realisierung und Controlling gelingt ein nachhaltiges BGM nicht. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein gelungenes BGM ist dabei die Führungskräfte rechtzeitig ins Boot zu holen. Klare Kommunikationsregeln, die eindeutige Informationen zum Hintergrund und den Zielen des BGMs sowie zur Bedeutung der jeweiligen Führungskräfte in diesem Prozess sind essentiell.

Diese Einschätzung ist nicht nur diffuses Bauchgefühl, sondern verlangt von der Führungsebene in zahlreichen Projekten rund um das Gesundheitsmanagement wesentlich Grundlagenarbeit. Nicht von ungefähr wird in der Analysephase, also vor der Einführung von nachhaltigen Gesundheitsprogrammen, in den Unternehmen immer wieder der Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit diskutiert. Dies geschieht durchaus kontrovers und emotionsgeladen. Die Praxis zeigt dabei immer wieder: Führungskräfte nehmen ihren Krankenstand mit.

Der Reflex, automatisch die Fähigkeiten und Führungsqualitäten der Führungsebene negativ zu bewerten und auf den Gesundheitsindex ganzer Abteilungen herunterzurechnen, ist einerseits verständlich, andererseits ist diese Schlussfolgerung viel zu simpel, als dass sie alle Aspekte berücksichtigen kann. Hier hilft es die Situation ganzheitlich zu betrachten und zu hinterfragen. Wurde die Führungskraft ausreichend auf die Rolle vorbereitet? Wurden die Erwartungen an sie klar kommuniziert? Weiß sie, wo die Grenzen des Handlungsspielraums liegen? Gewiss, Führungskräfte stehen in der Regel unter einem enormen Druck. Vor allem das Management in der Sandwichposition, das die Erwartungen von "unten" (Team/Mitarbeiter) und "oben" (Vorgesetzte) erfüllen muss, leidet meist unter einem erhöhten Stresslevel und hat leider auch die höchsten Burnout Raten. Die verschiedenen Erwartungehaltungen widersprechen sich häufig. Fazit: viele Führungskräfte werden von ihren Mitarbeitern sehr geschätzt, der Vorgesetzte ist jedoch unzufrieden und umgekehrt. Vielen Managern ist es somit unmöglich alle Erwartungen zu erfüllen.

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